Wellensittich
Der kleine bunte Australier zählt zu den beliebtesten Haustieren überhaupt – der Wellensittich ist hübsch anzusehen, gesellig und hochintelligent, also der ideale gefiederte Freund für Jung und Alt. Es gibt viele bunte Papageien- oder Sitticharten, doch der Wellensittich bezaubert nicht nur durch sein buntes Federkleid, besonders der winzige gebogene Schnabel gibt ihm sein possierliches Aussehen, das ihn keck und lausbübisch erscheinen lässt, was durch das schief gelegte Köpfchen nur noch unterstrichen wird.
Der Wellensittich kommt aus Australien, wo er in großen Schwärmen im gesamten Landesinnere zu finden ist. Die Vögel halten die extremen Temperaturen bis zu 40 ° C und die Wasserknappheit hervorragend aus. Viehtränken und von Farmern angelegte Wasserbecken werden von den Wellensittichen dankbar akzeptiert und zu Tausenden angeflogen. Als Körnerfresser ernähren sich die Vögel von Grassamen und verschiedenen Hirsearten. Ihr Schnabel und die sehr bewegliche Zunge ermöglichen es ihnen, größere Körner problemlos zu entspelzen und auch die winzigsten Sämereien auseinander zu nehmen. Tagsüber dösen die bunten Sittiche in Bäumen, bis die stärkste Hitze vorüber ist, um sich gegen Abend der Futter- und Wassersuche zu widmen.
Mit der Entdeckung Australiens kamen viele Tierarten nach Europa, darunter auch der Wellensittich. Ein ausgestopfter Vogelbalg aus dem Jahr 1804 zeigte den kleinen Exoten im Londoner Naturkundemuseum. Der erste offizielle Name des kleinen Papageis lautete „Psittacus undulatus“, was übersetzt „der gewellte Papagei“ bedeutet. 1840 trafen dann lebende Tiere in England ein, die innerhalb kurzer Zeit zu begehrten Luxusartikeln wurden. Wenige Jahre später wurden in Belgien, Holland und Frankreich große Zuchtfarmen gegründet, um die große Nachfrage nach den bunten Sittichen befriedigen zu können. 1894 verbot Australien den Export der Wellensittiche, um den Bestand der Wildvögel nicht zu gefährden. Seit 1855 wurden auch in Deutschland Wellensittiche gezüchtet und in den 1930er Jahren gelangen die ersten Farbmischungen; die kleinen Australier waren endgültig zu europäischen Haustieren geworden.
Die Erscheinungsform des Wellensittichs ist sehr vielfältig. Es gibt Albinos mit roten Augen; Lutinos, gelbe Vögel mit roten Augen; Opaline mit V-förmigem Wellenmuster auf Nacken und Rücken; Schecken mit bunten Gefiederpartien, deren Wellenmuster unterbrochen ist; Normale, grüne Vögel mit gelbem Kopf oder blaue Tiere mit weißem Kopf, jeweils stets mit schwarzem Wellenmuster. Daneben gibt es noch einige besondere Züchtungen und Erscheinungsformen, die eher selten und deshalb recht teuer sind. Die in Australien lebenden Wildvögel sind überwiegend grüngelb, da sie sich mit dieser Farbe am besten ihrer Umgebung anpassen können. Auffallende Farben, wie gelb, blau oder gescheckt würden Fressfeinde anlocken.
Der Wellensittich ist ein sehr geselliges Tier, das mindestens als Paar gehalten werden sollte. Da sie bis zu 15 Jahre alt werden können, sollte man sich bei der Anschaffung darüber klar sein, dass man lange Zeit Verantwortung für die Vögel übernehmen muss. Wellensittiche sind zwar muntere Spielgefährten für Kinder, aber kein Spielzeug. Katzen und Wellensittiche vertragen sich nicht, wer also bereits einen Stubentiger besitzt, sollte seine Vorliebe für Vögel eher auf die heimischen Gartenvögel beschränken. Auch wenn die Vögel sehr klein sind, sollte man sie nicht unterschätzen – die bunten Federbälle können das Leben ihrer Vogelhalter grundlegend umkrempeln und ihm völlig neue Aspekte verleihen. Wellensittich