Hyazinthara
Geschichte/Herkunft
Heute leben die wenigen (3000 - 5000) noch in freier Wildbahn existierenden Hyazintharas in den Sumpfgebieten im SW Brasiliens (Panatanal). Nur ein kleiner Teil lebt im tropischen Regenwald in Südost-Pará. Eigentlich bevorzugen die Vögel relativ offenen Wald in der Nähe von Rodungen am Rande des Regenwaldes oder sie leben in den strauchartigen Vegetationen (Cangas), die sich auf Hochplateaus befinden. Man findet sie an Flussoberläufen und deren Galleriewäldern (Brejos) und Buriti-Palmen. Sie scheinen Begenwaldstrukturen zu bevorzugen wo eine Pflanzengesellschaft von niedrigen bis mittelhohen, hartblättrigen Bäumen vorherrscht. (Cerrado)
Der Hyazinth-Ara kommt außderdem im extremen Osten Boliviens und zu gewissen Jahreszeiten im äußersten NO Paraguays vor.
Er gehört zur Art der Papageien, die stammesgeschichtlich eine Vogelfamilie mit 80 Gattungen und 316 Arten bildeten. Sie kamen in allen tropischen Regionen der Alten und Neuen Welt vor und gelten seit ihrer Einführung in Europa zur Zeit Alexanders des Großen zu den beliebtesten Haustieren.
Auch den Indianern der Ursprungsverbreitungsgebiete waren sie bekannt, die ihr Gefieder als Schmuck nutzten oder die Vögel zähmten. Ihre Jagd nahm mit der Entdeckung Amerika`s zu. In den späten siebziger und den frühen achtziger Jahren wurden tausende Hyazintharas illegal aus Brasilien nach Europa, den USA und Ostasien geschafft.
Die Aras werden normalerweise als Altvögel eingefangen und da aktive Brutpaare fehlen, werden sie extrem schnell dezimiert. Dazu kommen Nesterplünderungen und die Vernichtung ihres natürlichen Lebensraumes.
Auch heute werden sie noch illegal ausgeführt, da sie sehr hohe Marktpreise erzielen. Glücklicherweise ist die Nachzüchtung gut erforscht und bringt kleine Erfolge.
Charakter und Grundzüge
Hyazintharas sind gesellig und leben in freier Wildbahn in kleinen Familienverbänden mit mehreren Paaren und Jungtieren (3-6 Vögel). Die Paare haben feste Territorien und leben monogam. In der Natur ernähren sie sich von Samen, Nüssen und hartschaligen Früchten, die sie mit dem käftigen Schnabel knacken. Morgens und abends gehen sie auf Nahrungssuche - sie sind tagaktiv. In Freiheit kann der Ara 25 Jahre alt werden, wohingegen er in Gefangenschaft rund 60 Jahre wird.
In Gefangenschaft kann der Hyazinthara bei artgerechter Haltung sehr vertraut werden und den Kontakt über Laute und Verhaltensweisen (Zunicken, Aufstellen der Scheitelfedern ) herstellen, aber nicht sprechen. Ohne Partner, bindet er sich sehr eng an den Menschen. Er will stets beschäftigt werden und spielt gern.
Aussehen
Der Hyazinthara ist fast 1m lang und hat ein Gewicht von etwa 1,5 kg. Damit ist er die größte und dekorativste Papageienart.
Sein charakteristisches Zeichen ist sein kobaltblaues Gefieder. Die Federn wirken wie aus blauem Lack. Die Geschlechter sind kaum zu unterscheiden, wobei das Weibchen einen schmalen unbefiederten orangen Ring um die Augen hat und das Männchen gelbe Augenringe trägt. Am unteren Schnabelansatz ist ein unbefiederter leuchtend gelber Kinnfleck. Der Schwanz ist lang und läuft spitz zu. Der Ara besitzt einen sehr starken Krummschnabel, der sowohl harte Nüsse, als auch Volieren problemlos knackt und auch zum Klettern dient.
Haltung
Für die Haltung von Hyazinth-Aras gibt z.B. für die Volierengröße strikte Anforderungen. Sie muss eine Schutzfläche von 2 Quadratmeter haben und 4x2x2m Ausmaß. Die Temperatur darf 10 Grad C nicht unterschreiten. Neben der Voliere braucht der Ara einen Schutzraum zum Rückzug. Der Boden der Voliere und des Schutzraumes kann mit Sand, Rindenmulch oder Holzspänen abgedeckt sein und muss wöchentlich gereinigt werden. Die Käfigstangen können aus Geflecht und nicht verletzenden Querstäbenbestehen und der Papagei sollte mindestens zwei Stangen als Sitzmöglichkeit bekommen. Da die Vögel gern Fliegen, sollte genügend Flugstrecke vorhanden sein. Ein Wasserbad ist empfehlenswert und falls es nicht vorhanden ist, kann man es durch Besprühen oder Duschen des Vogels ersetzen. Der Hyazinth-Ara braucht einen Tag/Nachtrhythmus, sodass Licht 12h gegeben sein sollte. Zur Fütterung der Papageien dienen frisches Obst, Gemüse, Grünfutter, Samen, Nüsse und Ei und spezielle Fertigmischungen, die abwechslungsreich sind. Der Ara benötigt unbedingt täglich frisches Wasser. Da er ein Paartier ist, wird immer mehr verlangt, ihn auch nur in Paarhaltung zu verkaufen und zu halten. Im schlimmsten Fall können sich die Tiere nackt rupfen und sich total apathisch verhalten oder sterben, wenn sie nicht genügend Abwechslung haben und beschäftigt werden.
Je mehr man sich mit dem Vogel beschäftigt, desto gesünder, fröhlicher und dankbarer wird er leben. Hyazinthara