Jemenchamäleon

Herkunft/Geschichte
Das Jemenchamäleon (hamaeleo calyptratus) ist eine Chamäleonart, die ursprünglich im Süden der arabischen Halbinsel auf dem Gebiet von der Povinz Asir bis nach Aden im Jemen liegt. Das Jemenchamäleon lebt in der Mehrzahl in einem Hochtal von 1200 – 2000 Metern Höhe, das von Bergzügen umgeben ist und zwischen Taizz und Ibb (Jemen) liegt oder in Wadis mit viel Vegetation; teilweise auch in den Trockengebieten der Wüsten und Halbwüsten. Sie bewohnen Büsche und Bäume (2-3 m über der Erde) der feuchten Hochebenen, höhere Pflanzen oder leben in Bodennähe. Das Klima im Tal ist tropisch mit wiederkehrenden Niederschlägen.
Die Familie der Chamäleons gibt es schon seit über 60 Millionen Jahren, wobei 160 Arten und deren 190 Unterarten existieren. Die Familie selbst teilt sich in echte Chamäleons und Erd-bzw. Stummelschwanzchamäleons.

Charakter
Ein Jemenchamäleon ist ruhig, ausgeglichen und oft auch recht scheu. Es ist tagaktiv und klettert gern oder sucht nach Nahrung und Flüssigkeit und sonnt sich einen großteil des Tages. Jemenchamäleons schlafen nachts. In der Heimtierhaltung ist das Jemenchamäleon meist zahm und zutraulich und nur aggressiv, wenn sich z.B. zwei weibliche Chamäleons während der Trächtigkeit begegnen oder mehrere Männchen im Terrarium gehalten werden, da ihr Revierverhalten sehr stark ist. Dem Menschen gegenüber ist das Jemenchamäleon nur aggressiv , wenn man es ernsthaft ärgert oder bedroht, dann kann es fauchen und auch beißen. Andernfalls springt es liebevoll auf die Schulter und ist aufmerksam und lieb.
Das Weibchen kann drei bis fünf Jahre werden, das Männchen wird 7-9 Jahre alt.

Aussehen
Das Jemenchamäleon erreicht eine Länge von 50 cm (m) bzw. 30 bis 35 cm (w) und der charakteristische Helm kann bei den Männchen eine Höhe bis zu 8,5 cm erreichen. Neben dem auffallenden Helm sind die Greifzangen, die aus den Füßen mit den verwachsene Zehen bestehen ein besonderes Merkmal. Damit kann das Jemenchamäleon schnell und wendig zwischen den Ästen hangeln und sich bewegen. Dazu dient auch der Schwanz. Mit seiner Größe gehört das Jemenchamäleon zu den größten Chamäleonarten. Der Körper ist schmal und hoch und hat die Fähigkeit sich bis zu 2cm zusammen zu ziehen. Dann erscheint er rundlich. Es kann seine Körperform extrem verändern und damit Sonnenstrahlen je nach Intensität ausnutzen. Das Auge des Chamäleons ist ein stark ausgebildetes Organe und es kann mit seiner Hilfe die Umwelt mit bis zu 15%iger Vergrößerung wahrnehmen. Mit der Zunge ist es fähig Nahrung zu bekommen, denn sie fährt blitzartig zum Ziel aus, ein Sekret fungiert als Klebekraft und mit der Zunge wird das Zielobjekt schnell wieder zurückgezogen.
Markant ist für das Jemenchamäleon seine Farbwechselfähigkeit, mit der es sich situationsbedingt an die Umgebung anpasst und worüber man den Gesundheitszustand des Tieres erkennen kann. Die Farbe kann von weiss, schwarz, grün, grau, braun, gelb oder orange reichen. Die Weibchen sind oft einfärbig grün und haben eine dunkle Zeichnung. Beide besitzen eine unregelmäßige Beschuppung und einen Rückenkamm, der bis zum Schwanz reicht und aus Kegelschuppen besteht. Auch am Kehlkamm und am Bauch findet man Kegelschuppen.

Haltung
Das Jemenchamäleon wird als Haustier im geräumigen Terrarium gehalten, das höher als breiter sein sollte. Es kann aber auch frei im Zimmer gehalten werden, wenn viele Pflanzen vorhanden sind und eine Futter und Trinkmöglichkeit in den Ästen aufgehängt ist. Dafür sollte man Temperaturen von 20C° herrschen, wobei der Boden niedriger temperiert sein kann als die Mitte des Terrariums, wo sich auch eine lokale extra Beleuchtung als Wärmequelle bis zu 32C° befinden kann. Die Luftfeuchtigkeit kann bei 50-70% liegen, indem man zum Beispiel eine Beregnungsanlage oder andere Feuchtigkeitsspender aufstellt. Im Terrarium kann man Klettermöglichkeiten und Pflanzen aufstellen und den Fußboden mit Rindenmulch oder Sand auffüllen, damit sich das Chameleön wohlfühlt. Das Jemenchamäleon sollte einzeln leben, weil es als Jungtier nicht zu früh gedeckt werden darf und sich später die Paare nicht vertragen. Im geschlechtsreifen Alter bringt man sie alle paar Tage zur Paarung zusammen und entfernt sie danach wieder.
Ein Jemenchamäleon frisst Pflanzen, Blüten und Früchte sowie Schaben, Fliegen, Grillen, Heimchen, Heuschrecken und weitere kleine Futtertiere und sogar kleine Mäuse. Damit kein Nährstoffmangel herrscht, können kleine Futtertiere auch zusätzlich mit Kalk besteubt werden.
Für die notwendige Flüssigkeit ist Wasser aus einer Tränke gut oder es wird über eine Pipette mit Flüssigkeit versorgt. Jemenchamäleon

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