Tinker
Hingucker aus Irland - der Tinker
Die meisten kennen den
Tinker als schwarz-weiß geschecktes, mittelgroßes Pferd
mit langer Mähne, viel Schweif und auffälligen Puschelfüßen. Tatsächlich aber gibt
es bei den
Tinker alle Farben, nur gehören die schwarz-weißen Schecken zu den
auffälligsten und wohl auch beliebtesten unter ihnen.
Der Tinker, auch Irish Tinker oder Irish Cob ist erst seit kurzem eine eigene Rasse.
Früher wurden in Irland und England alle Pferde der fahrenden Kesselflicker
(englisch „Tinker“) als Tinker bezeichnet. Die Entstehungsgeschichte dieser Rasse
ist also so bunt gemischt, wie es die Fellfarben dieser Tiere sind. In ihnen
vermischen sich Connemara, Clydesdales, und Irish-Draught Horse und andere
Rassen. Die Existenz von Tinkern reicht zeitlich weit zurück, aber erst mit dem in
den 90er Jahren einsetzenden Boom wurde erstmals ein Zuchtverband für Tinker in
Deutschland gegründet. 2006 wurde der Tinker in einer Aktion des NDR auf Platz 2
der beliebtesten Pferderassen Norddeutschlands gewählt.
Das Erscheinungsbild des Tinkers ist kräftig bis gedrungen bei einem Stockmaß
von 135-160 cm. Es gibt Tinker, die kaltblutartig wirken, aber auch zierlichere Pony-
Typen kommen vor. In Irland werden drei Typen unterschieden: der Pony-, der
Medium und der Traditional/ Heavy Typ. Typisch ist der häufig auftretende
Rammskopf und der starke Kötenbehang. Viele Tinker zeigen auch einen
Schnurrbart. Neben dunklen Augen treten auch blaue und so genannte
Menschenaugen auf. Die Kruppe ist meist gespalten und abfallend.
Tinker sind in der Regel robust, nervenstark und ausgeglichen, ehrlich im Charakter
und bisweilen etwas stur. Wie bei allen Pferden ist eine solide Grundausbildung
unerlässlich. Vom Körperbau her nicht gerade für den Spring- oder Dressursport
prädestiniert, haben sie aber als Freizeitpferd viel zu bieten. Sie können vielseitig
geritten und gefahren werden und eignen sich häufig auch als Therapiepferde.
Durch ihr auffälliges Äußeres und ihre oft deutliche Knieaktion werden sie als
Showpferde immer beliebter.
Sie haben ein gutes Sozialverhalten und können - mit entsprechender Schutzhütte
- auch problemlos robust gehalten werden. Zu beachten ist, dass die meisten
Tinker leichtfuttrig sind.
Author:
Tania Konnerth, 2008 Tinker