mongolische Rennmaus

Geschichte/Herkunft
Die mongolische Rennmaus, die oft als Gerbil oder Mongolische Wüstenrennmaus bezeichnet wird, ist eine Mäuseart, die in den Monogolischen Steppen Vorderasiens und den Halbwüsten Nordchinas und im südliche Russland ihr Herkunftsgebiet hat. Der Name Wüstenrennmaus wird zu Unrecht verwendet, da die Steppen Vorderasiens keinerlei Ähnlichkeit mit wirklichen Wüsten besitzen.
Der zoologische Name "Meriones unguiculatus" bedeutet soviel wie “Krieger mit Krallen“.
Die Mongolische Rennmaus wird der zur Familie der Langschwanzmäuse, der Unterfamilie der Rennmäuse und zur Gattung der Sandmäuse gezählt.
1935 soll eine Sippe Rennmäuse in der Mongolei gefangen worden sein und dann für die Laborforschung genutzt worden sein.
1954 sollen dann 22 Exemplare in der Mandschurei gefangen und in die USA importiert worden sein. Hier wurden sie wiederum zur medizinischen Forschung und Verhaltensforschung genutzt. Aus den Laboren sollen sie dann auch an Liebhaber und später in den Heimtierhandel gekommen sein. Heute ist die mongolische Rennmaus die am häufigsten als Haustier gehaltene Rennmaus.

Charakter und Grundzüge
Die Familien der Mongolischen Rennmaus setzen sich aus einem Verband von 15-20 Tieren zusammen, in der Regel ein Elternpaar und deren folgende beiden Würfe. Sie haben eine strenge Rangfolge.
Meist bekommt ein Weibchen Kinder und die gesamte Sippe zieht sie auf und kümmert sich um die Nachzucht. Dabei ist die gemeinsame Fellpflege wichtig, denn die Tiere mögen und brauchen diese sehr und bekunden damit ihre Freundschaft.
Wenn ein fremder Artgenosse den Familienverband stört, nutzen sie ihre Krallen und greifen gemeinsam den Fremden an, bis dieser verschwindet oder aber tod ist.
Nicht umsonst heißen sie auch "Rennmaus", denn sie sind stets in Bewegung und erkunden auf ihren Hinterbeinen die Umgebung. Sie sind sehr neugierig und keine reinen tag-oder nachtaktiven Tiere. Sie graben nach Wurzeln oder suchen Kräuter, Samen oder Gräser und fangen Insekten und jagen kleine Tiere. Bei Gefahr oder in der Mittagshitze verschwinden sie in ihr unterirdisches Tunnelsystem mit Erdhölen wie Nestkammer und Vorratskammern. Sie warnen sich gegenseitig durch Trommeln auf den Boden. Die Mongolische Rennmaus kann in der Heimtierhaltung 3-4 Jahre alt werden und ist mit 8-12 Wochen geschlechtsreif. Ihre Jungen bekommt sie nach einer Tragezeit von ca. 25 bis 30 Tagen.

Aussehen
Die ausgewachsene mongolische Rennmaus ist etwa 8-10cm lang und hat einen 10-12cm langen Schwanz, der mit Fell bewachsenen ist und der Balance dient. Sie wiegt 80-100g.
Durch ihr dichtes Fell, was sie überall hat, ist sie sehr gut an hohe Tagestemperaturen und kalte Nächte angepasst.
Ursprünglich hatte sie in der Wildnis eine bräunliche Fellfärbung (agouti) mit schwarzen Haarspitzen. Infolge von Domestizierung und Züchtung tritt sie heute in anderen Fellzeichnungen und Farben (schwarz, weiß, hellbraun und gefleckt) auf.
Durch ihre kleinen Ohren ähnelt sie dem Hamster. Sie hat einen kleinen runden Kopf, runde Kulleraugen und ihre Zähne wachsen ihr Leben lang, weshalb sie gekürzt werden müssen, was durch ausreichendes Nagematerial erreicht werden kann.
Die Hinterbeine sind dreimal so lang wie die Vorderbeine, wodurch sie bis zu 30 cm hoch springen kann und sich in schnellem Tempo fortbewegen kann.

Haltung
Mongolische Rennmäuse benötigen um sich wohlzufühlen einen geschlossenen Käfig oder ein großes Terrarium, das mit Holzspänen, Rindenmulch, Cellulose, Heu oder Stroh gefüllt werden sollte. Darein sollte man ein Schlafhäuschen und einen mit Sand gefüllten Napf stellen, damit sie Sandbaden können. Da sie es von Natur aus gewohnt sind, sich sehr viel zu bewegen und immer unterwegs zu sein, muss man sie beschäftigen. Deshalb kann man in den Käfig viel Knabbermaterial wie Küchen- und Toilettenpapierrollen, Eierkartons, unbedruckte Papiertüten, Äste von Birken oder Haselsträuchern oder auch trockenes Brot tuen.
Will man sie besonders verwöhnen, dann kann man ein kleines Freigehege kaufen, wo sich die Tiere gefahrlos bewegen können.
Als Futter für die mongolische Rennmaus kann man Mischungen für Hamster oder Mäuse, Kanarienfutter oder Schälhafer, Körner und Mais nehmen. Frisches Obst und Gemüse können sie alle 2-3 Tage oder täglich bekommen. Außerdem kann man ihnen auch Grünfutter ( Vogelmiere, Gänseblümchen, Löwenzahn) anbieten.
Wasser müssen sie zusätzlich z.B. über eine Trinkflasche am Gehege/Käfig bekommen.
Nicht erlaubt sind Süßigkeiten, Spinat, Rhabarber, Gemüselaub (Kartollfel,Tomate), oder verdorbene Sachen. mongolische Rennmaus

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