Chinchilla
Langschwanzchinchillas gehören zur Familie der Hasenmäuse. „Chinchilla lanigera“ bedeutet Wollmaus, und so sehen die meerschweingroßen Tiere mit dem buschigen Schwanz auch aus. Sie stammen ursprünglich aus den Bergregionen Südamerikas, wurden jedoch durch Jagd und Wilderei nahezu ausgerottet. Nachzuchten führten bis vor einigen Jahren ein trostloses Dasein in Pelzfarmen. Glücklicherweise kamen Chinchillamäntel aus der Mode, und man entdeckte die possierlichen Nager als Heimtiere. In der Natur leben sie in Gruppen und werden erst in der Dämmerung aktiv. Daher sollten Chinchillas nie einzeln gehalten werden und sind keine Kuscheltiere für Kinder. Als Fluchttiere mit großem Bewegungsdrang benötigen sie einen mehrstöckigen, geräumigen Käfig mit Ästen, Sitzbrettern und Unterschlupfmöglichkeiten. Naturbelassene Sägespäne, Kleintierstreu oder sauberes Stroh dienen als Einstreu. Katzenstreu ist ungeeignet. Außenhaltung geht nicht, da die Tiere weder Feuchtigkeit, Zugluft noch Hitze vertragen.
Chinchillas sind bestens angepasst an die karge Kost ihrer Heimat in den Anden. Als Grundnahrung füttert man ballaststoffreiche Chinchilla-Pellets. Lebenswichtig ist ausreichend Heu, am besten Bergwiesenheu, da es keine Giftpflanzen enthält. Es muss trocken sein und darf keinesfalls muffig riechen. Frisches Obst kann Durchfall verursachen. Als Leckerei also nur ein winziges Stück Apfel reichen, ab und zu eine Rosine oder getrocknete Hagebutte. Die genügsamen Nager besitzen einen empfindlichen Verdauungstrakt. Daher nie Kaninchen- oder Meerschweinchen-Pellets verfüttern. Sie sind, ebenso wie Nüsse, zu fett und nährstoffreich. Frisches Wasser stellt man im Trinkfläschchen zur Verfügung. Offene Näpfe verschmutzen schnell, wenn sich das Chinchilla wohlig im Sand wälzt. Dies ist zur Fellpflege absolut notwendig. Normaler Sand oder Vogelsand sind ungeeignet, da zu scharfkantig für das feine Haarkleid. Am besten füllt man ein großes Gefäß mit Spezialsand und lässt die Tiere abends oder morgens darin „baden“. Gönnt man ihnen dann noch abendlichen Auslauf in der Wohnung, werden sie sich rundum wohl fühlen. Doch Vorsicht: durch Stromkabel, Grünpflanzen und Plastikmaterialien droht tödliche Gefahr! Chinchillas sind Nagetiere und machen ihrem Namen alle Ehre.
Sie besitzen ein feines Gehör und verständigen sich durch eine Vielzahl von Lauten vom zufriedenen Grunzen, leisen Quieken, über ein heiseres Bellen bis zum schrillen Warnschrei. Es ist eine Freude zu hören, wie ein Pärchen sich unterhält oder das Muttertier Kontaktlaute mit den Babies austauscht. Chinchilla-Weibchen gebären nach 111 Tagen meist 1 - 3 Junge. Die Kleinen sind Nestflüchter und beginnen schon nach kurzer Zeit am Heu zu knabbern. Natürlich ist so eine Familienidylle nett anzusehen. Aber bald stellt sich die Frage, wohin mit dem Nachwuchs? Dann wird man das Böckchen kastrieren lassen oder das Elternpaar trennen müssen. Gleichgeschlechtliche Chinchillas - auch Männchen - vertragen sich erfahrungsgemäß gut, wenn sie zusammen aufwachsen und kein Weibchen in der Nähe ist. Die dominanten Mütter dagegen verjagen manchmal ihre geschlechtsreifen Töchter. Grundlos bissig sind Chinchillas nicht. Doch wenn die Haltungsbedingungen nicht stimmen oder das Tier sich bedrängt fühlt, kann es schon mal zubeißen, in Nase und Ohren des Artgenossen oder in die menschliche Hand. Auch Urinspritzen wird als Abwehrsignal eingesetzt. Deshalb immer die Ruhephasen der Tiere respektieren und sie nie gegen ihren Willen festhalten, schon gar nicht am empfindlichen Schwanz. Unter optimalen Bedingungen können Chinchillas 18 bis 20 Jahre alt werden und handzahm. Chinchilla